April 2018

Nichts wird ihm erspart. Er weint, ist verzweifelt, sein Herz ist voller Angst. Auch wenn er diesen Weg voller Gottvertrauen geht, so bricht doch vieles in seinem Leben zusammen: einer seiner Freunde verrät ihn, ein anderer verleumdet ihn, Menschen zweifeln an seiner Verkündigung und der Friede Gottes bleibt ferne Zukunft.
Die Passionszeit nimmt uns mit hinein in den Leidensweg Jesu.

Im Krankenhaus sind uns solche Brüche ganz besonders nahe, das Weinen, die Verzweiflung, die Angst und der Zweifel an Gottes Nähe.

Doch Jesu Weg endet nicht im Tod und in der Verzweiflung. „Der Herr ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden!“ – dieser Freudenruf erfüllt ganz Jerusalem und darüber hinaus bis heute die ganze Welt. Gott schafft neues Leben. Er schenkt uns Hoffnung und Zuversicht. In ihm ist unser Leben mit all seinen Brüchen aufgehoben.

Anschaulich wird das ganz wunderbar in Worten von Iris Macke:

Goldene Spur
„Es ist ein vergoldeter Neuanfang. „Kintsugi“ stammt aus Japan und heißt „Goldreparatur“. Wenn ein wertvolle Keramikschale in Scherben zerbricht, wird sie wieder zusammengefügt. Nicht ohne sichtbare Risse, das wäre ja unmöglich. Aber: Die Bruchstellen werden nicht nur mit besonderem Kitt und Lack geflickt, sondern auch mit Goldstaub. So wirken die Brüche besonders kostbar, das ganze Gefäß ist neu und anders, es glänzt sogar.

Jede wiederhergestellte Schale zeigt: Ich bin gebrochen, an verschiedenen Stellen. Ich habe vieles überstanden. Es hat Mühe und Zeit gekostet, wieder ganz zu werden, wieder neu gefüllt werden zu können. Aber genau das macht mich einzigartig.“

Die Auferstehung Jesu schenkt uns einen goldenen Glanz über unser Leben mit all seinen Brüchen und lässt auch uns voller Hoffnung einstimmen in die Worte: „Der Herr ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja!“.

Pfarrerin Franziska Link, Marienhospital Stuttgart