Februar 2017

Was für uns zählt

Brot, das uns täglich nährt,
Trank, der die Freude mehrt,
Liebe, die uns gewinnt,
Freunde, die bei uns sind,
Wohnung, die uns beschützt,
Hoffnung, die Schwache stützt,
Wort, das den Frieden bringt,
Leben, das den Tod bezwingt,
Glaube, den du uns gibst:
Dank, Herr, dass du uns liebst.

Dieses Gebet stammt von Hartmut Handt, einem evangelisch-methodistischen Theologen und Pfarrer.
Eine umfangreiche Aufzählung, guter, wichtiger, schöner Dinge und Eigenschaften, nicht wahr. Wir entdecken darin den biblischen Dreiklang von "Glaube, Liebe, Hoffnung". Was spricht Sie von all dem am meisten an? Jetzt, gerade jetzt, wo Sie vielleicht Patient in einer Klinik sind, oder, jetzt, in einer Zeit, in der Sie sich Sorgen und Gedanken um einen lieben Kranken machen müssen?

Ich könnte mir denken, dass es bei manchem von Ihnen die Wohnung ist. Etwas ganz Elementares, wir denken meist nicht weiter daran, das Wohnen gehört doch einfach zum Leben dazu. Aber werde ich nach all dem wieder zurückkehren können, in meine angestammte Wohnung, in mein vertrautes Heim? Werde ich weiter mehr oder weniger selbständig und autonom leben können? Wird er, muss sie, die jetzt so schwer krank geworden ist, vielleicht das weitere Leben grundsätzlich neu organisieren müssen, die Wohnung aufgeben, ins Heim, zu den Kindern, vielleicht an einen ganz anderen Ort ziehen müssen?

Ja, unsere Wohnung gibt Schutz und Sicherheit. Als Gesunder vergisst man das leicht.
Ich wünsche Ihnen, dass Ihre diesbezüglichen Sorgen zu einem guten Ausgang finden. Und dass Sie in Allem, im Schweren wie im Leichten, im Beständigen wie in der Veränderung etwas davon spüren, was dieses Gebet am Schluss festhält:
Gott hat uns lieb!

Eckhard Ulrich, Marienhospital