Februar 2018

Ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll. (Römer 8,18)

Obwohl die Schmerzen in den letzten zwei Jahren deutlich zugenommen haben, scheut sich Herr Schulz vor einer Hüftoperation. Sie ist ein schwerwiegender Eingriff. Er ahnt, was auf ihn zukommt. Von der letzten Operation weiß er, dass er eine Einverständniserklärung wird unterschreiben müssen, der eine Risikoaufklärung vorangeht. Auch die Narkose ist nicht ohne. Das Ganze ist eine einzige Mühsal, die er sich nicht antun, ja, an die er erst gar nicht denken will. – Aber ist sie das nicht schon jetzt? Und wird sie nicht ohne Operation immer größer? Irgendwann wächst in ihm doch die Erwartung, dass es danach besser sein wird. Als er sich zu einer erneuten Untersuchung aufrafft, erklärt ihm die Ärztin, dass er sehr gute Aussichten hat, in wenigen Monaten wieder schmerzfrei und stabil auf den Beinen zu sein. Sie zeigt sich davon überzeugt, dass Risiko und Leiden der Operation bald nicht mehr ins Gewicht fallen gegenüber dem viel größeren Freiheitsgewinn.

Auf die eine oder andere Weise kennt das jeder. Hier und da mag es auch stimmen. Aber im Großen und Ganzen? Stehen uns wirklich herrliche Aussichten bevor? Für Paulus und für die Bibel insgesamt leuchtet über uns eine unwiderstehliche Hoffnung. Sie ist wie ein klarer Februarmorgenhimmel über der von der Nacht noch verregneten Stadt. Er ist schon da, da draußen, seine Strahlkraft überwölbt den ganzen Tag. Außer die Wolken verdecken ihn, aber das schaffen sie nur vorübergehend. Und wenn man am richtigen Platz steht, zum Beispiel am Ufer eines Sees, dann strahlt es von unten auch zurück. Und wie wird es erst im April sein und wie im Juni! Wenn es den noch gibt. Aber es wird ihn geben.

„Wenn unsere Tage verdunkelt sind und unsere Nächte finsterer als tausend Mitternächte, so wollen wir stets daran denken, dass es in der Welt eine große, segnende Kraft gibt, die Gott heißt. Gott kann Wege aus der Ausweglosigkeit weisen. Er will das dunkle Gestern in ein helles Morgen verwandeln – zuletzt in den leuchtenden Morgen de Ewigkeit.“

Martin Luther King

Christoph Hoffmann-Richter, Bethesda-Krankenhaus und Furtbachkrankenhaus