Januar 2018

Zur Jahreslosung 2018:

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst

Gute Aussichten sind das. Gute Aussichten für die Zukunft: Aller Lebensdurst wird gestillt. Keine Trauer, kein Leid und keine Schmerzen mehr, nicht einmal der Tod. Nichts Vorläufiges und Zeichenhaftes mehr, nur noch Endgültiges. Gott ganz nah bei uns Menschen. Sein Heil sichtbar und spürbar für jeden Menschen auf der ganzen Welt. Der Himmel auf Erden.

Gute Aussichten sind das, die uns der Seher Johannes vor Augen stellt. Im letzten Buch der Bibel, in der Offenbarung, ist diese Vision aufbewahrt und hat Menschen aller Zeiten getröstet, für ihren Alltag ermutigt und in ihrem Engagement für Menschlichkeit bestärkt.

Zuerst die Christinnen und Christen, die im 1. Jahrhundert nach Christus lebten und unter dem römischen Kaiser Domitian verfolgt waren. Sie verstanden: Jetzt sind wir der Machtpolitik Roms schutzlos ausgeliefert. Aber am Ende wird sich Gottes Friedensreich durchsetzen. Die Auferweckung Jesu Christi war erst der Anfang. Gott ist dabei, alle lebensfeindlichen Kräfte zu überwinden. Am Ende wird alles gut sein.

Wie oft denken wir: Da kann man nichts machen. Wie oft fühlen wir uns den Sachzwängen unserer Welt ausgeliefert, in der scheinbar nur das Geld zählt. Wie oft fragen wir uns: Wo bleibt die Menschlichkeit? Wie gut, dass wir die Vision des Sehers von Patmos haben! Er lässt uns über die Realitäten und Zwänge unserer Welt hinaussehen. Dadurch werden wir in unserem Vertrauen bestärkt: Letztlich wird sich Gottes heilsame Kraft durchsetzen. Diese heilsame Kraft fließt wie lebendiges Wasser durch uns und in all unsere Lebensbereiche.

Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde;
denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen,
und das Meer ist nicht mehr.
Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem,
von Gott aus dem Himmel herabkommen,
bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.
Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach:
Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen!
Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein,
und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein;
und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen,
und der Tod wird nicht mehr sein,
noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein;
denn das Erste ist vergangen.
Und der auf dem Thron saß, sprach:
Siehe, ich mache alles neu!
Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss!
Und er sprach zu mir: Es ist geschehen.
Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende.
Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

(Offenbarung 21, 1-6)

Pfarrerin Ingrid Wöhrle-Ziegler, Diakonie-Klinikum Stuttgart