März 2017

Als ich dieses Motiv der Uhr mit den bunten Lettern als Zeiger zum ersten Mal sah,
hat es in mir viel zum Klingen gebracht.
Es stammt vom Hamburger Krankenhauseelsorger Michael Brehms.
Auf der Rückseite der Karte steht der Satz:

„Was war, ist vorbei.
Was kommt, ist offen.
Jetzt aber, in diesem Augenblick, lebe ich, atme ich.“

Das Motiv ermuntert mich im Hier und Jetzt zu leben, zu fühlen, zu genießen, zu klagen, zu handeln.
Wie oft ertappe ich mich im Alltag dabei, Nötiges, Unbequemes oder auch Wichtiges auf später zu verschieben. Pausen zum Durchatmen, klärende Gespräche, längst fällige Geständnisse werden auf die lange Bank geschoben, weil die Zeit fehlt oder ich die unangenehme Situation scheue.
 
Dabei: Wer nicht rechtzeitig einatmet und Pause macht,
dem geht bald die Puste aus,
der gerät aus dem Takt, hetzt hinterher und verliert seine Ausdrucksstärke.
Wer nicht zur rechten Zeit aussät, dem missrät die Ernte.
Wer das klärende Gespräch nicht zur rechten Zeit führt,
der überträgt Konflikte in andere Bereiche, wo sie nicht hingehören.

Wem es allerdings gelingt, seine Gefühle dann zum Ausdruck zu bringen, wenn sie da sind,
der behält den Kontakt zu sich und den anderen, dem gelingt es im Hier und Jetzt zu leben. 

Auch im Bereich des Glaubens gilt: Wer das Gottvertrauen auf später verschiebt, der entwickelt keine eigene Gottesbeziehung und gelangt nicht zur rechten Zeit an die Kraftquellen der Gnade,
die Gott uns geschenkt hat, jetzt schon.

Irmtraud Ahlers, Katharinenhospital