Connection timed out August 2018 : Evangelische Krankenhausseelsorge Stuttgart

August 2018

Sonne geht unter

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An die Sonne    

Schönes Licht, das uns warm hält, bewahrt und wunderbar sorgt,
Dass ich wieder sehe und dass ich dich wiederseh!
Nichts Schönres unter der Sonne als unter der Sonne zu sein…

(Ingeborg Bachmann. Aus dem „literarischen Katzenkalender für den August 2014“, Copyright: Schöffling & Co)

Liebe Leserin, lieber Leser,

wissen Sie, was ich am August so liebe? Es sind (hoffentlich kommen sie recht zahlreich!) seine klaren und hellen Tage. Das sind Tage mit Sonne, blauem Himmel und dem weichen Licht, das die Härte der Julihitze hinter sich gelassen hat. Tage, an denen es nach Blumenduft, nach Kräuterduft, abgeernteten Feldern und nach Nichtstun riecht.
Augusttage sind Ferientage. Nichts-Tun-Tage. Licht-Tage.
Sie tun unserer Seele gut, weil wir nicht dafür geschaffen sind, 24-Stunden durchzupowern, möglichst zwölf Monate am Stück. Wir sind Menschen, die Zeiten der Muße brauchen, um für den Alltag, der dann unweigerlich auch wieder auf uns zukommt, gestärkt zu sein. Mit viel Sonne in der Seele und im Bauch. Diese Sonne, so meine ich, kann man im August, in der Ferienzeit, am besten tanken. Sich ihr aussetzen, sie wahrnehmen. Natürlich: wenn sie gar zu arg scheint, auch im Schatten…

Die Dichterin Ingeborg Bachmann wusste offensichtlich um das Geheimnis des Sonnenlichts.
Wie gut es uns tut. Das Sonnenlicht hält uns am Leben. Es wärmt den Leib und die Seele.
Vielleicht im August ganz besonders.

Der August und seine hellen Tage laden uns dazu ein, dass wir ganz bewusst einmal die Sonne wahrnehmen, sie fühlen, spüren, riechen. Wenigstens hin und wieder. So bekommen wir dann vielleicht auch eine Ahnung davon, dass  Gott „unsere Sonne und das Licht“ ist, wie es in einem Psalm heißt. Eine Sonne, ein Licht, das uns freundlich anstrahlt.
Diese Sonne geht nicht unter. Dieses Licht erlischt nicht. Nie mehr. Ob wir krank sind oder gesund. Darauf vertraue ich.

Ich wünsche Ihnen solche August- und Gottestage, mit viel Sonne, Wärme und Licht,  zu Hause oder in der Fremde, oder auch im Krankenhaus.
Ja, auch dort. Warum denn nicht?

Ihr Pfarrer Jörg Bauer