Juni 2018

Wege

„Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen,
dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.“
Psalm 91, 11.12


Genauso wünschen wir und das, oder?
Behütet sein auf allen Wegen,
auf Händen durch das Leben getragen werden
und mit heilen Füßen durchkommen.

Viele von denen,
bei denen es irgendwie anders gelaufen ist,
landen im Krankenhaus.

Unsere Wege werden meist anders geführt,
als wir selbst uns das gewünscht hätten.
Unser Lebensweg verläuft in der Regel
dann doch ganz anders,
als wir selbst das,
oft sehr mühevoll,
geplant haben.

Manchmal werden wir
durch ein Lebensereignis gestoppt,
aus der Bahn geworfen.
Wir schauen zurück –
und irgendwann auch wieder nach vorne.

Nichts ist mehr, wie es war.
Nichts wird wieder sein, wie es war.
Manche empfinden nach und nach:
Das ist nicht nur schlimm.

Je mehr wir erkennen,
desto deutlicher wird,
wie sehr wir
von Geheimnissen umgeben sind,
die wir nicht fassen können.

Irgendwann sind wir selbst gefordert
uns einen Reim auf das Leben zu machen.
So wie die Menschen früherer Generationen auch.

Wer bis zu einem biblischen Wort
etwas Anlauf braucht,
kann sich vielleicht auch
von anderen Überlegungen
inspirieren lassen:

Marie von Ebner-Eschenbach:
„Am Ziele deiner Wünsche
wirst du jedenfalls eines vermissen:
dein Wandern zum Ziel.“
Magda Bentrup:
„Lass dich nicht gehen, geh selbst.“
Maria Montessori:
„Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen.“

Was meinen Sie?

Pfarrerin Dr. Corinna Schmohl, Klinikum Stuttgart, Katharinenhospital und Frauenklinik