Mai 2018

Im Mai sehen wir die Natur in ihrer ganzen Pracht. Blumen blühen in allen Farben. Das Blätterdach der Bäume bildet ein grünes Muster aus Schatten und Licht. Die Luft ist frisch. Sonne und Wind sind angenehm auf der Haut. Und überall zwitschert und raschelt es. Es wirkt alles so friedlich und fühlt sich gut an.

Aber was ist mit den Patienten, die in dieser Zeit im Krankenhaus sind? Was ist mit denen, die so gebrechlich sind, dass sie nicht mehr in die Natur gehen können? Wie können sie sich daran erfreuen?

Vielleicht helfen Erinnerungen und Imaginationen. Wenn innere Bilder in uns lebendig werden, so lebendig, dass wir den Garten vor uns sehen, den Duft in der Nase haben, dann werden die Bilder zur inneren Wirklichkeit. Forschungen haben gezeigt, dass Körper und Geist darauf reagieren, als würde man tatsächlich einen Spaziergang in der Natur machen. Es beeinflusst oft positiv Schmerzen und Ängste.

Der Glaube an Gott ist für mich wie die Farbenpracht der Blumen im Mai. Seine Liebe und sein Nahesein fühlt sich an, wie die warmen Sonnenstrahlen, die meine Haut berühren, der frische Windhauch, der mich frei atmen lässt. Fülle der Farben in mir, trotz der Krankheit. Geborgenheit inmitten der Gewitter. Um Gott so zu spüren, hilft mir das Beten, besonders ein Gebet von Anton Rotzetter: 

Eine Schale will ich sein
empfänglich für den Frieden
Eine Schale für dich Heiliger Geist

Meine leeren Hände will ich hinhalten
offen für die Fülle des Lebens
Leere Hände für dich Heiliger Geist

Mein Herz will ich öffnen
bereit für die Kraft der Liebe
Ein Herz für dich, Heiliger Geist

Gute Erde will ich sein
gelockert für den Samen der Gerechtigkeit
Gute Erde für Dich Heiliger Geist

Ein Flussbett will ich sein
empfänglich für das Wasser der Güte
Ein Flussbett für Dich Heiliger Geist

Anton Rotzetter
aus „Gott der mich atmen lässt“.

 
Barbara Neudeck, Diakonie-Klinikum